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 Mignon. Am Ende der Kindheit

Ein Vergleich romantischer und zeitgenössischer Lieder

  Johannes Wolf 

Einleitung
Unterrichtsaspekte
Ziele
Einstiegsstunde
Gestalt der Mignon
Liedvergleiche
"Heiß mich nicht reden"
"Nur wer die Sehnsucht kennt"
"Kennst du das Land"
Literatur
Notenmaterial
Arbeitsblätter

 

Einleitung

Mignon-PostkarteDie Mignonfigur aus Goethes berühmtem Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre gilt als literarischer Archetyp, beeinflusste sie doch die Gestaltung vieler Frauenfiguren in den Romanen des 18. und 19. Jahrhunderts und schreibt sich zum Beispiel in Wedekinds Lulu und Nabokovs Lolita bis in die Moderne fort. Ihre Kindlichkeit, beziehungsweise Jugendlichkeit, ist zugleich als Selbstentwurf von Jugend und als Objekt diverser Erziehungsstrategien zu verstehen. So kann sie gerade für Jugendliche zum Anstoß werden, über Jugendlichkeit damals und heute nachzudenken.

Die faszinierende Vielschichtigkeit der Mignon verdichtet sich bei Goethe poetisch in den Liedern der Mignon, die als Gedichte in den Roman eingestreut sind. Diese wiederum waren für viele Komponisten der Anlass zu Vertonungen. Neben Franz Schubert, Robert Schumann (Lieder und Gesänge aus Wilhelm Meister op.98a) und Hugo Wolf komponierten auch Louis Spohr, Oswald Lorenz, Ferdinand Hiller und moderne Zeitgenossen wie Aribert Reimann und Jürgen Schmitt Mignon-Lieder.

Hier sollen beispielhaft die Vertonungen von Schumann und Schmitt Thema sein. Ausgangspunkt dieses Liedvergleichs ist die intensive Emotionalität der Gedichte, die sich in den entsprechenden Werken niederschlägt. So findet der zeitgenössische Komponist Jürgen Schmitt jene Gefühlsdichte bei Schumann, "der in unerreichter Ausdruckstiefe die zweifache Ausrichtung des Menschen, seine Fähigkeit zu unfassbarem Leiden ebenso wie zur Verzückung in paradiesischem Elysium auslotet und meisterlich in die Welt des Liedes überträgt.“ 1

 

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