Kolonialismus oder Pluralismus?

Universales versus kontextuelles Denken in der multikulturellen Musikerziehung [1]

 Heidi Westerlund
 Musik & Bildung 6/2000
 

Vorbemerkung
Einleitung
Konzeptionen
Implikationen für die Musikerziehung
Folgerungen für die multikulturelle Musikerziehung
Gesamtbeitrag

Vorbemerkung

Griechisch-cartesianisch-kantisches Denken ist immer noch in westlicher und europäischer Kultur allgegenwärtig. Dieses Paradigma wird auch in der Musikerziehung kulturell vorgelebt und erfahren. Der folgende Text behauptet, dass „afrikanisches Denken“ in seinen zumeist impliziten kulturellen Konstruktionen dem westlichen Menschen seine lang vergessene Ontologie in Erinnerung rufen kann. Es soll verglichen werden, wie Konzepte des Erkennens und des Verstehens des Menschen in den traditionalen afrikanischen Gesellschaften und in einigen philosophischen Perspektiven im Bereich der Musikerziehung konstituiert werden und welche Implikationen diese Konzeptionen für die Musikerziehung haben. Der Vergleich soll deutlich machen, dass die wesentlichen Annahmen, welche den westlichen Philosophien zugrunde liegen, nicht universell, sondern kulturell konstituiert sind. Afrikanische Musik und Tanz sowie das intersubjektive ethische Gebot zu teilen, Ubuntu, könnte den Hintergrund für die Rückbesinnung westlicher Musiklehrer und Forscher bilden, die ihr Wissen darüber verbreitern wollen, wie Menschen dazu kommen, mit Musik umzugehen.


[1] Dem folgenden Beitrag liegt ein Vortrag zugrunde, der auf der World Conference of the International Society for Music Education (ISME) 1998 in Pretoria, Süd Afrika, gehalten wurde. Er ist erschienen in den 1998 ISME Conference Proceedings, 1998 UNISA und in dem International Journal of Music Education No. 33 der ISME. Wir danken der Autorin und der ISME für die Genehmigung zur Veröffentlichung in deutscher Sprache (alle ausführlicheren Anmerkungen siehe dort).

© Schott Music GmbH & Co. KG, 2013 | Impressum / Kontakt